Kurzdefinition
Dental Recruiting für ZFA und ZMP bezeichnet die gezielte Personalgewinnung für zwei unterschiedliche Qualifikationsstufen im Praxisteam: die dreijährige Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten und die darauf aufbauende Aufstiegsfortbildung zur Prophylaxeassistentin. Weil ZMP keine eigenständige Ausbildung, sondern eine Fortbildung ist, unterscheiden sich Zielgruppen, Kanäle und Erfolgsaussichten beider Recruiting-Wege deutlich voneinander.
Auf einen Blick
- ZFA gilt seit 2019 durchgehend als Engpassberuf, erreichte 2024 mit Punktwert 2,8 erstmals Platz 1 aller Engpassberufe und blieb im Schnitt über vier Monate unbesetzt (Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2024, zitiert nach KZV Nordrhein und zwp-online).
- 2025 wurden bundesweit 17.396 neue ZFA-Ausbildungsverträge geschlossen, ein Plus von 7,53 Prozentpunkten gegenüber 2024 (Bundeszahnärztekammer, 2025).
- ZFA einschließlich ZMF, ZMP, ZMV und DH stellen 63,1 Prozent aller Praxisbeschäftigten und kommen 2023 auf 5,13 Personen je Praxis (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Jahrbuch 2025).
- 2024 bestanden bundesweit nur 833 Personen die ZMP-Prüfung, deutlich weniger als neu abgeschlossene ZFA-Ausbildungsverträge im selben Jahr (BZÄK und KZBV, zm-online, 2025).
Einordnung
Dental Recruiting für ZFA und ZMP ist ein Teilbereich des allgemeineren Themas Dental Recruiting und betrifft zwei Rollen, die sich rechtlich und arbeitsmarktbezogen deutlich unterscheiden. Die Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, dessen dreijährige Ausbildung die Verordnung über die Berufsausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten und zur Zahnmedizinischen Fachangestellten bundeseinheitlich regelt (§ 2 ZahnmedAusbV, 2022). Recruiting für ZFA bewegt sich damit auf einem klassischen, wenn auch knappen Arbeitsmarkt mit Stellenbörsen und Berufsschulen.
Die Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP) dagegen ist keine eigenständige Ausbildung, sondern eine Aufstiegsfortbildung, die eine abgeschlossene ZFA-Ausbildung voraussetzt und laut Bundeszahnärztekammer neben ZMF, ZMV und Dentalhygiene zu den anerkannten Zusatzqualifikationen im Praxisteam gehört. Weil die Zahl der Fortbildungsabsolventinnen bundesweit klein bleibt, geht es beim ZMP-Recruiting seltener um externe Stellenausschreibung als um gezielte interne Förderung bereits angestellter ZFA.
Von der reinen Ausbildung eigenen Nachwuchses unterscheidet sich Recruiting durch den Fokus auf einsatzbereite oder gezielt qualifizierbare Bewerbende, von der Mitarbeiterbindung dadurch, dass es mit Vertragsschluss oder Fortbildungsbeginn endet.
Relevanz für die Praxis
Für Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber wirkt sich der Personalengpass bei ZFA unmittelbar auf die Behandlungskapazität aus. Da ZFA einschließlich ihrer Aufstiegsqualifikationen 63,1 Prozent aller Praxisbeschäftigten stellen und 2023 auf 5,13 Personen je Praxis kamen (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Jahrbuch 2025), hängen Assistenz, Hygiene, Abrechnung und Terminorganisation an genau diesem Personal. Bleibt eine Stelle unbesetzt, sinkt die Zahl möglicher Behandlungstermine unabhängig von der zahnärztlichen Auslastung, und ZFA gilt seit 2019 durchgehend, seit 2024 mit dem höchsten Punktwert aller Engpassberufe (Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2024).
Bei ZMP kommt eine zweite Dimension hinzu: Professionelle Zahnreinigung und Individualprophylaxe laufen in vielen Praxen weitgehend eigenständig über ZMP-qualifiziertes Personal. Fehlt diese Qualifikation im Team, begrenzt das unmittelbar den erzielbaren Prophylaxe-Umsatz. Da bundesweit 2024 nur 833 Personen die ZMP-Prüfung bestanden (Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, zm-online, 16.11.2025), ist die externe Einstellung einer bereits qualifizierten ZMP ein enger, wenig planbarer Markt. Praxen, die Prophylaxe als Umsatzbaustein ausbauen wollen, sollten die interne Qualifizierung eigener ZFA deshalb fest einplanen, nicht erst als Reaktion auf eine akute Lücke.
Gleichzeitig zeigt die Ausbildungsstatistik, dass Recruiting nicht am Vertragsschluss endet: 2024 lösten sich 36,7 Prozent aller ZFA-Ausbildungsverträge vorzeitig (BZÄK und KZBV, zm-online, 2025). Wer in einem engen Markt rekrutiert, verliert diesen Aufwand teilweise wieder, wenn Bindung während und nach der Ausbildung fehlt.
Was bei der Umsetzung zählt
Für die ZFA-Gewinnung bewährt sich der parallele Einsatz mehrerer Kanäle: Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit, eigene Praxis-Website, Berufsschulkontakte und Empfehlungen aus dem Team. Reagieren Sie zügig auf eingehende Bewerbungen, da Bewerbende in einem Engpassberuf regelmäßig mehrere Angebote parallel prüfen. Beschreiben Sie Tätigkeiten, Arbeitszeiten und Vergütung realistisch, da beschönigte Anzeigen einen vorzeitigen Abbruch wahrscheinlicher machen.
Für ZMP zählt vor allem vorausschauende Personalplanung: Identifizieren Sie geeignete ZFA frühzeitig, sprechen Sie die Fortbildung aktiv an und klären Sie vorab den Zugangsweg zur Höherstufung, etwa formalen Abschluss oder eine Mindestzahl kammeranerkannter Fortbildungsstunden. Kalkulieren Sie den Vergütungszuschlag von Anfang an ein, nicht erst beim ersten Gehaltsgespräch nach bestandener Prüfung. Kommunizieren Sie den Entwicklungspfad von ZFA zu ZMP bereits in der Stellenanzeige oder im Einstellungsgespräch, da eine erkennbare Perspektive angesichts hoher Abbruchquoten auch der Bindung dient. Prüfen Sie vorab die für den eigenen Kammerbezirk geltende Vergütungsempfehlung oder den Tarifvertrag, da beide regional erheblich abweichen und unregelmäßig neu gefasst werden.
Zahlen und Kontext
Bundeszahnärztekammer, Ausbildungszahlen ZFA 2025: Zum 30. September 2025 bundesweit 17.396 neue ZFA-Ausbildungsverträge (15.385 alte, 2.011 neue Bundesländer), ein Plus von 7,53 Prozentpunkten gegenüber 16.178 im Vorjahr.
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Jahrbuch 2025 (Tab. 5.37, Abb. 5.38): 2023 entfielen 63,1 Prozent aller Praxisbeschäftigten auf ZFA einschließlich ZMF, ZMP, ZMV und DH, rechnerisch 5,13 je Praxis (2022: 4,84).
Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2024 (zitiert nach KZV Nordrhein und zwp-online, 2025): ZFA seit 2019 durchgehend Engpassberuf, 2024 mit Punktwert 2,8 erstmals Platz 1 aller Engpassberufe, offene Stellen im Schnitt über vier Monate unbesetzt.
Zahnärztliche Mitteilungen (zm-online), 16.09.2024, unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit: 2023 sicherten 176.582 ZFA die Versorgung in Deutschland.
Zahnärztliche Mitteilungen (zm-online), 16.11.2025, BZÄK und KZBV: 2024 bundesweit 833 bestandene ZMP-, 590 ZMV-, 246 DH- und 72 ZMF-Prüfungen. Im selben Jahr 5.634 vorzeitig gelöste ZFA-Ausbildungsverträge (36,7 Prozent) und 4.875 arbeitslos gemeldete ZFA (plus 12 Prozent gegenüber 2023).
ZahnmedAusbV vom 16. März 2022 (BGBl. I S. 487), § 2: Ausbildungsdauer der ZFA drei Jahre.
Vergütungsbeispiele ohne Bundestarif: Zahnärztekammer Nordrhein empfiehlt ab 1. August 2026 1.100 bis 1.300 Euro Ausbildungsvergütung und ordnet ZMP der Tätigkeitsgruppe IV zu (Zuschlag 17,5 Prozent, 3.131 bis 4.130 Euro brutto monatlich, Zugang über ZMP-Abschluss oder mindestens 400 Fortbildungsstunden). Die Bayerische Landeszahnärztekammer empfiehlt ab 1. Mai 2026 abweichend 1.050 bis 1.250 Euro.
Typische Fehler
ZMP-Stellen wie ZFA-Stellen extern ausschreiben und auf Bewerbungen warten. 2024 bestanden bundesweit nur 833 Personen die ZMP-Prüfung (BZÄK und KZBV, zm-online, 2025); eine rein extern ausgerichtete Anzeige bleibt deshalb oft monatelang ohne passende Bewerbung.
Vergütungsangaben aus einem fremden Kammerbezirk ungeprüft übernehmen. Ohne bundeseinheitlichen Tarifvertrag weichen Empfehlungen ab (Nordrhein: 1.100 bis 1.300 Euro, Bayern: 1.050 bis 1.250 Euro), das führt zu falschen Budgetannahmen.
Recruiting auf die Ausbildungsphase konzentrieren und Bindung danach vernachlässigen. 2024 lösten sich 36,7 Prozent aller ZFA-Ausbildungsverträge vorzeitig (BZÄK und KZBV, zm-online, 2025), jede Neubesetzung kostet erneut Monate an Einarbeitung.
Nur eine Anzeige oder einen einzigen Kanal nutzen. Angesichts des Punktwerts von 2,8 im Engpassranking der Bundesagentur für Arbeit bleiben solche Stellen oft länger als vier Monate unbesetzt.
Häufige Fragen
Warum sind ZFA-Stellen aktuell so schwer zu besetzen? ZFA gilt seit 2019 durchgehend als Engpassberuf und erreichte in der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit 2024 mit Punktwert 2,8 erstmals Platz 1 aller Engpassberufe. Offene Stellen bleiben dadurch im Schnitt mehr als vier Monate unbesetzt, bevor eine Nachbesetzung gelingt.
Kann man eine ZMP direkt am Arbeitsmarkt rekrutieren? Kaum. ZMP ist keine eigene Ausbildung, sondern eine Aufstiegsfortbildung, die auf der ZFA-Ausbildung aufbaut. 2024 bestanden bundesweit nur 833 Personen die ZMP-Prüfung. Der Weg über eine gezielt geförderte Fortbildung einer bereits angestellten ZFA ist deshalb meist erfolgversprechender als die externe Stellenausschreibung.
Gibt es einen bundesweiten Tarif für die ZFA-Ausbildungsvergütung? Nein. Es gibt keinen bundeseinheitlichen Flächentarifvertrag, Vergütung wird regional durch Tarifverträge oder Kammerempfehlungen geregelt. Beispiele: Nordrhein empfiehlt ab August 2026 1.100 bis 1.300 Euro, Bayern ab Mai 2026 1.050 bis 1.250 Euro. Für die eigene Praxis zählt der Stand im zuständigen Kammerbezirk.
Wie stark wirkt sich der Fachkräftemangel auf die Praxis konkret aus? ZFA einschließlich Aufstiegsqualifikationen stellen 63,1 Prozent aller Praxisbeschäftigten und kommen auf 5,13 Personen je Praxis. Bleiben Stellen über Monate unbesetzt, sinkt die mögliche Behandlungskapazität unmittelbar, weil Assistenz, Hygiene, Abrechnung und Prophylaxe an dieses Personal gebunden sind, unabhängig von der zahnärztlichen Auslastung selbst.
Hilft es, einfach mehr auszubilden? Teilweise. 2025 stieg die Zahl neuer ZFA-Ausbildungsverträge bundesweit auf 17.396, ein Plus von 7,53 Prozentpunkten. Gleichzeitig lösten sich 2024 aber 36,7 Prozent aller Ausbildungsverträge vorzeitig. Mehr Ausbildung vergrößert den Zulauf, ersetzt aber keine gezielte Bindung während und nach der Ausbildungszeit.
Verwandte Begriffe
Dental Recruiting Zahnarztpraxis: der übergeordnete Begriff für die Personalgewinnung im gesamten Praxisteam, nicht nur für ZFA und ZMP.
ZFA-Stellenanzeige in der Zahnarztpraxis: die konkrete Ausschreibung für die Ausbildungs- oder Fachkräftestelle.
ZMP-Stellenanzeige in der Zahnarztpraxis: die Besonderheiten einer Anzeige für die deutlich kleinere Zielgruppe bereits qualifizierter ZMP.
ZMP-Gehalt und Einstufung in der Zahnarztpraxis: die Tätigkeitsgruppen- und Zuschlagssystematik, die die Vergütung nach bestandener Fortbildung regelt.
ZFA-Ausbildung im Praxisbetrieb: die dreijährige Ausbildung, deren Abschluss Voraussetzung für die ZMP-Fortbildung ist.
Quellen
- Bundeszahnärztekammer (BZÄK): Ausbildungszahlen Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) 2025 in Deutschland. 2025. https://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/za/ZFA/ausbildungszahlen.pdf
- Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV): Jahrbuch 2025, Beschäftigte je Praxis (Tab. 5.37, Abb. 5.38). 2025. https://www.kzbv.de/wp-content/uploads/Seiten_145_KZBVJB2025.pdf
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse 2024. Abruf 2026. https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Interaktive-Statistiken/Fachkraeftebedarf/Engpassanalyse-Nav.html
- BZÄK und KZBV, Zahnärztliche Mitteilungen (zm-online): Engpassberuf ZFA. 16.09.2024. https://www.zm-online.de/artikel/2024/zm-2024-18/engpassberuf-zfa
- BZÄK und KZBV, Zahnärztliche Mitteilungen (zm-online): Es kommen wieder mehr junge Fachkräfte in die Zahnarztpraxen. 16.11.2025. https://www.zm-online.de/artikel/2025/zm-2025-22/es-kommen-wieder-mehr-junge-fachkraefte-in-die-zahnarztpraxen
- Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein (KZV Nordrhein): Fachkräftemangel: ZFA an der Spitze der Engpass-Berufe. 2024. https://www.kzvnr.de/aktuelles/news/detail/fachkraeftemangel-zfa-an-der-spitze-der-engpass-berufe
- zwp-online (OEMUS Media): Zahnarztpraxen verzweifeln am Personalmangel. 22.07.2025. https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/branchenmeldungen/zahnmedizinische-fachangestellte-weiterhin-der-grosste-engpassberuf
- Bundesministerium der Justiz (Gesetze im Internet): Verordnung über die Berufsausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten und zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZahnmedAusbV), § 2. 2022. https://www.gesetze-im-internet.de/zahnmedausbv_2022/BJNR048700022.html
- Zahnärztekammer Nordrhein: Vergütungsempfehlung für ZFA. 2026. https://www.zahnaerztekammernordrhein.de/praxisteam/verguetungsempfehlungen-fuer-zfa/verguetungsempfehlung-fuer-zfa/
- Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK): ZFA-Ausbildungsvergütung, Anpassung der Empfehlungen ab 1. Mai 2026. 2026. https://www.blzk.de/blzk/site.nsf/id/li_webbdqybqu.html
- Bundeszahnärztekammer (BZÄK): Aufstiegschancen für Zahnmedizinische Fachangestellte. Website, Stand 2026. https://www.bzaek.de/praxisteam/zahnmedizinische-fachangestellte/aufstiegschancen.html
Unsicherheiten
Zur exakten Vakanzzeit ausgeschriebener ZFA-Stellen lag keine im Original der Fachkräfteengpassanalyse selbst eingesehene Angabe vor; der Wert von über vier Monaten stammt aus Berichten, die sich auf die Bundesagentur für Arbeit berufen (KZV Nordrhein, zwp-online).
Zur Zahl aktuell tätiger ZMP sowie zu einer ZMP-spezifischen Verdienststatistik von Bundesagentur für Arbeit oder Destatis wurden keine im Original geprüften Quellen gefunden.
Zu KFO-spezifischen Besonderheiten des Recruitings über die allgemeine Lage hinaus liegt keine gesonderte Statistik vor.
Die Vergütungsbeispiele für Nordrhein und Bayern sind Kammerempfehlungen aus nur zwei Kammerbezirken und veranschaulichen die Bandbreite, kein bundesweiter Durchschnitt.
Dieser Beitrag wurde redaktionell erstellt und fachlich geprüft. Er ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung.

